00:00:00: Und ich finde, das ist gerade das Schöne an Poetry Slam.
00:00:05: Dass es nie ein Monologue ist den ich da oben führe... Also ja, ich schreibe zwar den Text alleine aber sobald ich auf der Bühne stehe kehrt er nicht mehr mir selber sondern im Publikum.
00:00:22: Die Stimme die du gerade gehört hast gehört der Mara Stocker.
00:00:26: Damara hat schon sehr, sehr früh angefangen Tagebücher zu schreiben und was man darin lesen kann reicht von vielen verschiedenen Gedanken und Details rund um ihr Leben oder was sie erlebt hat Und heute steht sie damit auf Bühnen.
00:00:43: Sie war zehn jahrelang Redakteurin bei der Tiroler Tageszeitung Danach war sie in der Agenturwelt tätig.
00:00:49: unter Zwischen wurde sie österreichische Meisterin im Poetry Slam Es deshalb so eine interessante Folge ist, weil Sprache sehr viel bewirken kann aber auch da schreiben.
00:01:00: Aber auch wenn man seine Geschichte teilt und wir sprechen eben über Spracheres Werkzeug, über Humor und Macht, über Perfektionismus, über Applaus und darüber wann sich ein Leben richtig anfühlt!
00:01:13: Und ich wünsche dir jetzt viel Spaß mit dem Gespräch mit Damara Stocker!
00:01:19: Wann hast du angefangen deine eigene Geschichte zu schreiben?
00:01:23: Damara
00:01:25: Weil ich angefangen habe, meine eigene Geschichte zu schreiben eigentlich schon in sehr jungen Jahren.
00:01:30: Also ich hab irgendwie gefühlt früher Schreiben als Sprechen können.
00:01:36: Meine Oma hat mir das so bis sie in die Wiege gelegt und deswegen habe ich auch schon ganz früh angefangen mein Leben zu dokumentieren.
00:01:43: Ich habe nämlich mit acht Jahren angefangen Tagebuch zu schreiben Und da habe ich schon einiges aus meinem damaligen Alltag festgehalten Und deswegen lässt sich da über meine Geschichte schon einiges nachlesen aus frühen Jahren.
00:02:02: Was liest man in den Tagbüchern von früher?
00:02:07: Da ist wirklich alles dabei, also von den klassischen... Liebeskummergeschichten, die man halt als Kind so durchlebt hat bis hin zu Streitereien mit Freundinnen.
00:02:21: Bei mir ist ja die Periode ganz oft Thema weil ich da irgendwie damals niemanden zum Reden gehabt habe oder nicht getraut hab über solche Sachen zu reden, weil das leider damals noch ein Tabu war und deswegen habe ich da ganz viel in meinem Tagebuch ausgemacht.
00:02:42: Themen des Älterwerdens, was zum Erwachsen werden dazu gehört.
00:02:48: Es sind Streitereien drin mit meiner Mama die ich gehabt habe und also ein bisschen kindheitliche oder kindische philosophische Fragen, die man sich so gestellt hat über das Leben, die ziemlich weise klingen.
00:03:05: jetzt im Nachhinein irgendwie als ich bin manchmal überrascht Ja, ein junger Mensch schon sich viel Gedanken macht über das Erwachsensein und so.
00:03:18: Aber es sind auch ganz banale Themen in meinem Tagebuch drin.
00:03:22: Ich kann mir einen Eintrag erinnern da steht einfach nur drinnen heute ist der siebenundzwanzigste Februar ich habe Opa auf den Schoß gefurzt.
00:03:33: Heute war ein schöner Tag.
00:03:39: Es ist wirklich alles mit dabei.
00:03:44: Welche Fragen hast du dir damals über das Leben gestellt?
00:03:49: Ja, es sind natürlich so Zukunftsthemen.
00:03:54: Wo möchte ich die hin im Leben... Sie haben mich schon relativ früh damit auseinandergesetzt was ich später beruflich machen möchte.
00:04:07: Ich war immer ein Mensch der sehr gerne viel voraus geplant hat Und ich kann jetzt im Nachhinein sagen, es ist davon wenig umgesetzt worden.
00:04:16: Also so dieses klassische ... ja... Ich bin eigentlich mit dreißig schon uralt und muss bis dahin das Leben schon durchgespielt haben.
00:04:29: Ja hat sich nicht gespielt.
00:04:30: also so diesen Traum den man da als Kind halt vorgelebt gibt.
00:04:35: von Anfang Mitte zwanzig ist man verheiratet, hat Kinder, zwei Hunde und ein Haus gebaut.
00:04:43: Schaut halt dann in der Realität zwanziger Jahre später einfach ein bisschen anders aus.
00:04:50: Für mich war es älter werden immer so ein Thema.
00:04:52: also ich habe eine ganz junge Mama eigentlich immer gehabt.
00:04:55: Meine Mama hatte einen Krieg wo sie zweundzwanzig war und war eigentlich im Freundeskreis immer die jüngste.
00:05:02: Und ich hab einen Eintrag im Perkelbuch drin stehen Wo ich darüber sprich, wie schlimm das ist, dass meine Mama jetzt sechsunddreißig geworden ist und wie schlimm es wohl sein muss.
00:05:14: Dass man weiß, dass man bald stirbt.
00:05:17: Also... Wie war das eine Horrorvorstellung überhaupt?
00:05:21: Die Schwelle von dreißig überschreiten.
00:05:24: mit sechsund Dreißig waren wir ein Stein alt in meinen Augen.
00:05:28: Und ja So was zum Beispiel liest man da?
00:05:34: Was wollte du als Kind werden?
00:05:38: Ich wollte eigentlich immer schon was mit Sprache machen.
00:05:43: Also man hat ja früher immer so Freundebücher von Diedel oder so ausgefüllt und da habe ich bei, was sich einmal mögen werden möchte, eigentlich schon als sechs-, sieben-achtjährige eingeschrieben, dass ich ein Reporterin oder Nachrichtensprecherin werden möchte um.
00:06:01: Plan B wäre immer gewesen Lehrerinnen zu werden.
00:06:05: Womit hast du dann dein erstes Geld verdient?
00:06:08: War es dann schon in der Richtung, oder war das ganz besser?
00:06:11: Also mal alle als.
00:06:12: das Geld habe ich als Ferialpraktikant verdient im Altersheim.
00:06:17: Das war eine ganze andere Schiene.
00:06:20: Ich war dann auch ein bisschen in der Gastro unterwegs und ja hab dann aber ziemlich schnell gemerkt dass sie einfach lieber Kugelschreiber als Kochlöffel in der Hand hat.
00:06:31: Und das ist schon das, wo ich beruflich hin will ziemlich schneller geben, also so der erste richtige Job den ich gehabt habe war dann auch bei der Tiroler Tageszeitung als Journalistin.
00:06:48: Wer bist du wenn du schreibst?
00:06:50: Also erkennt man da die Damara wieder oder kennst du dich wieder oder bist du da völlig anderer Charakter oder zeigen sich da Seiten wo du gar nicht weißt dass es diese Seiten in dir gibt?
00:07:06: Spannende Frage!
00:07:09: Wenn ich schreibe, dann bin es zu hundert Prozent E. Aber natürlich ist man nicht jeden Tag die selbe Version von sich.
00:07:17: also das variiert.
00:07:20: Natürlich je nach Gemütslage äußeren Umständen wie es auch gerade in mir drin ausschaut und ich glaube aber schon dass ich einen sehr eigenen Stil habe den man schon wieder erkennt.
00:07:36: Ich habe mir auch schon sagen lassen, wenn man meine Tagebucheinträge von früher liest, erkennt man da schon relativ viel von meinem Charakter.
00:07:50: Den ich ja jetzt nur hab und auch vom Schreibstil war immer sehr ... Humor hat immer eine ganz wichtige Rolle schon gespielt.
00:07:59: Die war irgendwie als Kind schon überraschend zynisch am Weg in vielen Langen und irgendwie habe ich mir das beibehalten.
00:08:09: also bin einfach ja sehr humor bezogen wenn ich schreibe, halte es einfach schwer aus langen einer Schwere drinnen zu sein auflockern und ich glaube schon, dass man wenn man ein Text von mir liest war es okay.
00:08:32: Den hat die Tamara geschrieben bin auch total kreativ was Sprachgebrauch angeht also gibt mich selten mit der als besten Idee zufrieden.
00:08:43: das fängt schon bei einem simplen wort an weil immer immer denke ja die erstbärschte idee haben vielleicht hundert menschen vor mir auch schon gehabt.
00:08:54: Nur mal tief in die Materie rein.
00:08:56: Diese Materie kann auch ein einzelnes Wort sein, deswegen beschäftige ich mich wahnsinnig gerne damit Wurtern neu zu denken, Synonyme zu finden einfach wilde Wortneuschöpfungen mehr auszudenken.
00:09:12: und ja das war noch so in den letzten Jahren.
00:09:14: also der Stil, den ich mir so ein bisschen angeeignet habe und wo ich mich sehr wohl fühle.
00:09:21: Welches Wort beschreib dich am besten?
00:09:27: Schlagfertig, würde ich klar sagen.
00:09:35: Ich sage immer gerne, ich habe so ein bisschen Wortspieltourette, weil mir zu den... also verrückt oder zu den banalsten Dingen fallen mir immer irgendwelche Wortspielereien ein oder welche Pans oder whatever.
00:09:56: Und da habe ich schon so ein bisschen Ruf in meinem Freundeskreis.
00:10:01: Das war wieder so eine typische stockasche Aussage und in dem bin ich wahnsinnig schlagfertig, weil das kippt halt einfach aus der Bistole geschossen.
00:10:13: Ich hab da irgendwelche Synapsen im Hirn die sich dann verbinden wenn sie irgendeine Reizwort hören und dann kippe halt irgendein doofes Wortspiel dabei raus.
00:10:25: Ich glaube, ich bin sehr schlagfertig in vielen Situationen im Leben.
00:10:30: Muss das auch spezielles Wort sein?
00:10:32: Was bei dir etwas triggert und dann kommt sofort die Schlagfertigkeit?
00:10:37: Ja also die Schlagfertigkeit im Sinne von mir fällt halt einfach so fort ein witziges Wortspiel dazu ein und das halt irgendeine Geschwindigkeit oft dass sie mich selber oft zurückhalten muss, dass es nicht zu viel wird.
00:10:57: Weißt du die meisten Leitern schon ein bisschen helft um hier rum?
00:11:02: Ja!
00:11:03: Man meist du das es schlagfertig ist und nicht verletzend weil ich glaube das ist ja auch so etwas wenn man relativ schnell rausgeht mit seinen Gedanken, mit seinen Wirtern kann relativ schnell auch verletzen sein.
00:11:15: also wo ist da für dich die Grenze?
00:11:17: oder wie Kannst du das auch abschätzen in dem Moment, ob es verletzend ist oder immer noch schlagfertig ist und auf eine humorvolle Art?
00:11:25: Weil Humor kann auch schmerzvoll sein.
00:11:27: Also was für die anderen lustig ist, kann für die Anderen sehr verletzen sein.
00:11:31: Absolut!
00:11:32: Also ich bin generell ein Fan davon zuerst zu denken bevor man redet.
00:11:39: Ich versuche auch meine Worte mit Bedacht zu wählen Und gerade beim Humor muss man halt wirklich... feinfühlig sein.
00:11:51: Ich finde Humor funktioniert halt eben sehr oft darüber, wer eigentlich über wen lachen darf.
00:11:58: Also mich interessiert deshalb vor allem wenn ich jetzt beim Schreiben bin mehr so die Frage gegen wen richtet sich die Pointe eigentlich?
00:12:08: und das wiederum führt irgendwie so zum Prinzip ja nach oben treten und nicht nach unten treten.
00:12:17: weil ich finde Humor ist ein wahnsinniges Machtinstrument, das man irgendwie hat.
00:12:23: Humor kann sogar in gewisser Weise Widerstand sein und einfach auch bestehende Machtverhältnisse reproduzieren oder sie eben auch umdrehen.
00:12:35: Und deswegen muss man sich immer dessen bewusst sein, wen habe ich da eigentlich gerade vor mir?
00:12:42: Und ist es auch gerade angebracht dem jetzt einen Spruch zu drücken?
00:12:46: oder wie verpackt ihr denn auch?
00:12:49: Was draus tut ich nicht zu schreiben.
00:12:52: Also gibt es da Gedanken, oder Geschichten wo du dir denkst.
00:12:56: nein also wenn irgendjemand mal mein Notizbuch aufschlägt will jetzt nicht dass das irgend jemand liest.
00:13:03: Gibt's da noch etwas wo du sagst das hältst du bewusst zurück weil es vielleicht einmal jemand lesen könnte?
00:13:11: Nein es gibt natürlich Sachen die mit immer sofort zu Papier bringen, weil ich es ja irgendwie gerade nicht kann.
00:13:21: Das sind dann einfach auch manchmal im Moment grade sehr persönliche Themen.
00:13:28: aber das Runterschlucken hat mich noch nie weit gebracht irgendwie.
00:13:33: also ich bin da eigentlich immer eher ein Mensch der keine Tabus hat und mir tut's viel mehr gut.
00:13:43: alles niederzuschreiben was sie mir grad denken Da bin ich eigentlich ziemlich ungefiltert, ob wir das dann auch auf einer Bühne von Menschen vortragen und laut Vorles ist wieder eine andere Sache.
00:13:55: Aber so in erster Instanz würde ich sagen schrei wie eigentlich alles nieder was mir gerade belastet, was mich gerade erheitert.
00:14:08: also ich habe unglaublich viele Notizen am Handy und die Notiz App wird jeden Tag benutzt Und zwischendurch entstehen dann einmal wieder längere Texte in Form von Tagebuch einträgen, tatsächlich.
00:14:24: Also das habe ich mir auf jeden Fall beibehalten, dass sie vor allem schwierige Themen auch wirklich aufschreiben oder wenn die ... weiß ich nicht... an Streit haben mit jemanden oder Beziehung auseinander geht oder so ist eigentlich immer mein erster Impuls meine Gedanken zu ohnen und es niederzuschreiben Und dann entscheide ich, was passiert damit?
00:14:51: Also kommt das einfach zurück in die Schubblade und bleibt da.
00:14:55: Das war jetzt auch für den Moment wichtig, das rauszulassen um wieder selbst zu therapieren.
00:15:02: oder ist es vielleicht sogar etwas, was sie denn in Form von einem Brief der Person gibt?
00:15:13: dass die Diskussion dann auch auf dieser Ebene halt irgendwie weiter zu führen.
00:15:17: Also das ist auch schon vorgekommen, aber ich stelle mir jetzt nicht mit allem was sie irgendwie für mich aufschreibe – auch auf eine Bühne und bespricht es mit fremden Menschen, die da vor mir sitzen.
00:15:35: Wie entscheidest du was auf die Bühnen kommt?
00:15:38: Und was nicht?
00:15:39: Je nachdem was Sie gerade brauchen würde ich sagen also Es gibt einfach Themen da, wo man noch nicht so bereit dafür ist das jetzt mit der Allgemeinheit zu teilen und irgendwann ist man vielleicht an dem Punkt, wo ich das unbedingt möchte weil es mir einfach interessiert wie die Reaktionen drauf sind.
00:16:02: Und es hat ja auch was total... Also für mich wenn ihr auf einer Bühne steht, dass ist für mich so ein Safe Space.
00:16:09: also ich habe eigentlich nur nie die Erfahrung gemacht egal um welches schwerere Thema es gegangen ist, dass es da irgendwie negative Reaktionen oder so geben hat.
00:16:21: Im Gegenteil, es fängt an total auf und das kann dann auch oft gut tun wenn man einfach spürt okay ich bin damit gerade nicht alleine.
00:16:31: Es gibt noch ganz viele andere Menschen die gerade vielleicht einen ähnlichen Punkt sein, die ähnlich fühlen.
00:16:38: Das will ich jetzt nicht Talent nennen, aber vielleicht auch einfach mit den Drangverspüren das gleich aufzuschreiben.
00:16:50: Weil sie vielleicht gar nicht das Werk zurück dazu haben, es zu machen.
00:16:54: und für mich ist ein Abend einfach immer ... oder ein Poetry-Slam-Abend einfach immer am schönsten wenn danach auch nur egal, wenn's noch eine Person isst Wenn die dann zu mir kommt und sagt hey danke dass du darüber geschrieben hast, das hat mich total abgeholt.
00:17:12: und ja, war total schön, dass jemand mal drüber redet.
00:17:18: Was war für dich der emotionalste Moment bei einem Poetry-Stime?
00:17:24: Da hat es schon einige gegeben, ich mache den Spaß jetzt schon seit sieben Jahren.
00:17:33: In der letzten Zeit habe ich so ein bisschen... im weiten Sinne eine Sinnkrise gehabt, weil ich immer einfach viele Gedanken gemacht habe über meine Kunst.
00:17:48: und wohin will ich damit.
00:17:49: Und was bedeutet es mir eigentlich?
00:17:53: Ich bin halt oft ein bisschen von selbst zweifeln umzingelt für diesen anderen.
00:18:02: Da ist dann total schön in den Austausch zu gehen auch mit... Slam-Kolleginnen, die vielleicht innere Erfahrungen gemacht haben und die auch dann aber hinter der Bühne wieder aufbauen.
00:18:18: Und einfach sagen wie toll sie anfinden oder was sie an einem schätzen dass man inspirierend für jemanden ist.
00:18:26: Und eben ein in letzter Zeit ganz viele schöne Begegnungen gerade bei Absetzte Bühnen das halt Menschen zu mir kommen sind.
00:18:34: Aber es war ein sechzehnjähriges.
00:18:39: Ich bin ihr Vorbild.
00:18:41: Sie verfolgt mich schon lange auf Instagram und findet das so toll, was ich mache.
00:18:47: Das ist halt so crazy, dass man irgendwann realisiert, okay, es klingt tatsächlich an bei Menschen und macht etwas mit denen.
00:18:56: Und gerade wenn das so junge Frauen sind, die dann zu dir kommen und sagen du bist mein Vorbild ... schon ein bisschen überfordert, aber auch wahnsinnig schönes Gefühl und da wäre ich dann auch extrem emotional.
00:19:12: Also so was bedeutet man einfach voll viel wenn man weiß man ja hat einfach so eine sinnstiftende Aufgabe.
00:19:24: Benötigst du den Applaus von außen?
00:19:26: Weil eigentlich so wie du früher die Tagebücher geschrieben hast kann dir das Sinn allein in dem schon bereit stecken und man braucht Die Bühne vielleicht gar nicht, man braucht den Applaus oder das Rampenlicht gar nicht.
00:19:43: Also ich glaube dass die meisten Menschen traue mich zu behaupten immer irgendwo auf der Suche nach Anerkennungssinn und nach Bestätigung und da schließe ich mir auf keinen Fall aus.
00:19:58: Ich genieße es einfach sehr auf Bühnen zu sein Und ich finde, das ist gerade das Schöne an Poetry Slam.
00:20:10: Dass es nie ein Monologue ist den ich da oben führe.
00:20:15: Also ja... Ich schreibe zwar den Text alleine aber sobald die auf der Bühne stehen kehrt er nicht mehr mir selber sondern im Publikum weil das Publikums ist so ein zentraler Teil und Die ganzen Reaktionen, die man auf den Text kriegt sind ja eigentlich nur wiedergespiegelte Erfahrungen von den Menschen, die im Publikum sitzen.
00:20:42: Und eine Zeile kann für einen anderen lustig sein, kann jemanden anderen aber berühren und ein bisschen Nebensächliches kann für den anderen aber das größte Ding des Abends sein.
00:20:58: Für mich ist es einfach schön zu wissen dass sowas... gesehen wird und dass man damit einfach Menschen berühren kann in dem Moment.
00:21:12: Und das dann nicht mehr nur um mich geht, sondern um uns alle.
00:21:16: Ich finde es gibt viel zu wenig Gelegenheiten im Leben wo man sich so fühlen darf.
00:21:24: irgendwie.
00:21:25: also ja ich liebe Applaus und die braucht den Applaus auf jeden Fall sonst wäre das ganz ganz schön ertrauriges Format, würde ich sagen.
00:21:36: Wenn es dir nicht gäbe...
00:21:39: Was würdest du aufschreiben wenn Du die Bühne verlässt?
00:21:45: Also wenn Du runtergehst, welche Gedanken kommen dann hoch?
00:21:50: Ist da Lehre?
00:21:51: Ist das Gefühl was hätte ich besser machen können und was kommt da hoch?
00:21:58: Ja, das käme ganz auf den Abendlauf an!
00:22:00: Ich würde sagen Es gibt schon Momente wo Mir denkt Boah, das hätte ich schon besser machen können oder wo ich mich errege, dass sie einen Texthänger gehabt habe.
00:22:15: Oder das nicht richtig ausgesprochen hab' oder mich verlesen hab', oder das falsch betont hab'.
00:22:23: Man tendiert dann einfach dazu sehr kleinlich zu werden und es sind aber Sachen die fallen nur selber auf.
00:22:30: Und ich habe irgendwie bemerkt über die Jahre da macht man sich noch selber das Leben schwer und deswegen überwiegt für mich eigentlich nach jedem Auftritt einfach die Gedankbarkeit und dass sie das machen darf, und dass ihr das erleben darf.
00:22:47: Und über das reflektiere ich dann auch oft.
00:22:52: Also ich probiere dann einfach so diese negativen Gefühle und Selbstzweifel was ich vielleicht in dem Moment habe sofort abzustreifen.
00:23:03: Schöne Gefühl, dass mir die Bühne gibt einfach gewinnen zu lassen in dem Moment und das klappt auch ganz gut.
00:23:09: Wofür können die negativen Glaubenssätze auch gut sein?
00:23:13: Also wie du gesagt hast zum Beispiel du überarbeitest den ersten Text immer wieder um besser zu werden hängt es dann oft mit der negatifen Glauben Sätze zusammen um sozusagen sicher zu sein, dass man das beste Ergebnis geliefert hat an dem Amt.
00:23:28: oder wofür könnten sie gut sein?
00:23:32: Wir haben dich negative Glaubenssätze auch weitergebracht.
00:23:40: Negative Glauben-Sätze haben wir insofern weitergebracht, indem dass ich ihnen einfach nicht so viel Glaubengeschenkt habe.
00:23:47: also das ist so ein bisschen immer dieses Ding von war.
00:23:50: Ich bin nicht gut genug.
00:23:52: es gibt so viele Menschen die besser sein als ich da sie mir einfach die Frage stellen ja warum muss ihr überhaupt perfekt sein?
00:24:03: um gut zu sein.
00:24:04: Das ist doch eigentlich wirklich kompletter Blödsinn.
00:24:07: oder auch ständig sich einzurehen bei, ich kann das und das nicht anstatt mal auch das zu schauen was kann i eigentlich im Gegensatz zu anderen vielleicht besser also... Ich finde dass man aus jedem negativen Glaubenssatz oder jeden Selbstzweifel den man sich einredet sich etwas Positives drehen kann.
00:24:32: Das muss man lernen, das ist Arbeit und ich würde schon sagen dass mir das über die Jahre besser gelungen ist damit umzugehen.
00:24:42: Das spielt natürlich auch ganz viel Erfahrung mit einem und so.
00:24:46: Ich würd schon sagen, dass sie generell ein pessimistischer Mensch bin.
00:24:52: Geh immer vom schlechtesten aus weil dann kann ich nicht enttäuscht werden.
00:24:59: Ich bin dann doch eigentlich jemand, der sich immer wieder weiß selbst zu motivieren und aus jedem Motivationsloch irgendwie mich selber noch rausholen kann.
00:25:16: Aber wie gesagt es ist ein langer Weg.
00:25:21: und ja man muss sich da einfach wirklich gebetsmühlenartig immer wieder in Erinnerung rufen was man wirklich auch schon alles erreicht hat und dass man auf jeden kleinen Schritt stolz sein kann.
00:25:37: Und es muss nicht immer als Geradlinie verlassen, also jeder Fehler ist ja dazu da oder jeder Rückschlag ist er dazu da, dass man einfach wieder aufsteht und beim nächsten Mal halt besser wach macht.
00:25:51: und wenn sie mir wieder auf die schnauzen haut, das ist ein Horst!
00:25:55: gehört zum Leben dazu.
00:25:56: Und es wäre stinklangweilig, wenn alles gleich immer funktionieren wird, finde ich.
00:26:01: Weil dann wär auch kein Lerneffekt da in dem was du machst persönlich.
00:26:10: und ja das sei glaube ich ziemlich fad.
00:26:15: Bessimismus aber trotzdem hast du eine große Erfolge gehabt.
00:26:18: also das kann man glaub ich schon so sagen... Was waren denn die Gedanken auf der Bühne oder nach der Bähne?
00:26:27: Ja, mit Erfolg geht ja immer viel Druck mit einem Herr.
00:26:33: Der kommt sehr viel von außen aber am meisten macht man sich denselbe.
00:26:43: Es ist halt immer so die Erwartungshaltung von Menschen ist halt da, sobald wir irgendwie an gewissen... Status oder whatever erreicht hat, ich mag zum Beispiel gar nicht bei Slams angekündigt zu werden.
00:26:59: Das ist Tamara Stocker und die hat Titel XY gewonnen und so weil das einfach beim Publikum eine gewisse Erwartungshaltung erzeugt, die es dann zu halten gibt.
00:27:15: Ich bin echt ein Mensch, ich habe mir da sehr lange immer sehr viel Druck gemacht, weil ich mir immer gedacht habe, die haben jetzt da dieses Level und Dings XY erreicht.
00:27:27: Und das muss jetzt immer so sein!
00:27:29: Ja, ich bin wahnsinnig perfektionistisch und habe einen sehr hohen Anspruch an mich und würde mich jetzt annähernd mit jedem x beliebigen schnell hingefetzten Text auf die Bühne stellen.
00:27:43: Ich muss da schon dahinter stehen können... Aber ich bin da auch lockerer geworden in den letzten Jahren.
00:27:51: Also dieser Druck, der sich aufgebaut hat... Ich glaube, dass ihr das ganz gut geschafft habt, es oft einmal von mir abzuwenden und ich habe einfach gelernt, dass ich da eigentlich am meisten Anteil daran hab wo man wieder eben beim Thema negative Glaubenssätze werden.
00:28:14: Genau!
00:28:15: Und ich habe aber auch gelernt mal stolz auf mich zu sein und das was ich kann und schon erreicht habe.
00:28:24: Das ist auch so ein typisches ja, Imposter-Thema dass man halt im Moment man hat das...was man erreicht hat eigentlich eh nur durch Zufall erreicht oder durch Glück geschafft und eigentlich hat man selber gar nichts dafür getan und alle anderen wissen das.
00:28:43: also keine Sachen viel besser aber die habt es nicht verdient.
00:28:48: Ja, bin der dann dat?
00:28:51: und ich hab schon lernen müssen auch einfach mal zufrieden zu sein.
00:28:56: Und ja nicht nach dem Perfektionismus Olympa klimmen zu müssen sondern dass sie ganz okay sind so wie ich bin.
00:29:07: Denkst du das Perfekcionismus ab und zu eine Ausrede ist um etwas nicht abzuschließen?
00:29:15: Ja, kann gut sein!
00:29:23: Doch, weil man doch irgendwie immer sitzt ja nicht nur auf das Thema Schreiben bezogen sondern generell so im Leben hat man doch oft das Gefühl dass man immer mehr und mehr will.
00:29:34: Und man ist einfach selten zufrieden mit dem Status quo, mit dem was man hat.
00:29:40: Man hat da auch immer das Gefühl es geht noch mehr und meer oder man muss noch mehr leisten und zeigen.
00:29:51: aber man kann's halt einfach mal kurz anlassen, finde ich.
00:29:56: Und man muss sich ständig beweisen.
00:30:00: Wann fühlt es auf dein Leben für dich richtiger?
00:30:03: Weil ich glaube das was du angesprochen hast ist... Ich glaube ihr kennt jeder irgendwie so für sich dass man denkt das Leben das ich gerade führe Das kann's ja nicht gewesen sein.
00:30:14: Du musst rauskommen da muss das und das noch geschehen und irgendwie hadern wir ganze Zeit mit dem leben weil es quasi für uns nicht richtig ist weil noch so viel fehlt anscheinend.
00:30:25: Wann fühlt sich für dich das Leben richtig an oder dein Leben richtig?
00:30:33: Wenn ich das Gefühl habe, dass gerade mehr Neugier als Angst meine Entscheidungen bestimmt.
00:30:43: Also wenn ich einfach tun kann ohne fünftausend was wäre, wenns Szenarien in meinem Kopf durchzuspielen und ja... machen kann, worauf ich gerade Lust habe und mit wem ich grad Lust hab abzuhängen oder was auch immer.
00:31:03: Also einfach wenn ich mich auf Dinge freue, wenn ich Vorfreude verspüre und so also wenn ich vor Freude ist für mich immer so.
00:31:14: eines der sichersten Zeichen dafür dass ich grade in die richtige Richtung gehe würde sagen weil vieles hat man ja doch schon stellen sich halt so Routinen ein.
00:31:26: man hat schon Ja, vieles erlebt und macht.
00:31:29: Aber wenn ich so das Gefühl habe, ich freie mich da jetzt richtig drauf, dann war sie, dass ich gerade richtig bin.
00:31:35: Und dass gerade alles passt.
00:31:38: Genau!
00:31:38: Und wenn ich einfach frei im Kopf bin... ...und nicht gerade am Tutu beschäftigt bin aber gedanklich schon irgendwie bei den nächsten fünf Tutus schon bin, dann bin ich happy und zufrieden.
00:31:54: Und worauf bist du neugierig?
00:31:57: Aufs Leben.
00:32:00: Also ich weiß nicht, ich gehe einfach mit offenen Augen und offenen Herzen durchs Leben.
00:32:05: Und die war schon immer ein wahnsinnig neugieriger Mensch.
00:32:08: Ich habe so viele verschiedene Interessen... ...und ja, ihr trifft gerne neue Leiden.
00:32:18: Interessiere mich auch für alles Mögliche!
00:32:25: Deswegen würde ich einfach sagen, bin neugierig aufs Leben.
00:32:29: Also und auf das Leben von anderen bin auch kleine Trattstande.
00:32:35: Gehört ihr auch dazu oder?
00:32:37: Kann ja auch aspirin sein also kann mehr...
00:32:39: Ich finde auch!
00:32:42: Schaut aber dann alle meine Freundinnen denen die immer gut gossippen können.
00:32:50: Wo hatte dich das Leben am meisten überrascht?
00:32:53: wenn du neugrierig auf's Leben bist Was war denn so der Moment, wo du gedacht hast okay das war jetzt die größte Überraschung in meinem Leben?
00:33:03: Ja es war eigentlich im Jahr zwölfundzwanzig.
00:33:05: da war sehr vieles im Umbruch bei mir privat und beruflich.
00:33:11: Da ist irgendwie auf einen Schnall alles zusammengekommen.
00:33:14: also ich habe eine Trennung gehabt die mit einem Umzug einhergangen ist und einem Job wechseln Und an top habe ich dann noch einen Autounfall gehabt und mein Auto verloren.
00:33:29: Nichts gut, aber das Auto war dann weg.
00:33:30: Das war so das letzte Stückchen Unabhängigkeit was sie zu dem Zeitpunkt gehabt haben.
00:33:38: Diese Zeit war wahnsinnig schwer für mich auch in dem Sinne dass es das erste Mal in meinem Leben war, dass ich keinen Plan gehabt hab.
00:33:52: Ich hab das Eingangs schon erwähnt.
00:33:54: Die habe immer gewusst, wo ich hin will im Leben und das war so ein Punkt weil man dachte ja was will ich eigentlich?
00:34:00: Wohin will ich?
00:34:01: Wille in Innsbruck bleiben?
00:34:03: Willi in einer anderen Stadt ziehen?
00:34:05: Willipiruflich?
00:34:07: Wie weiterbilden oder komplett umschulen?
00:34:11: Und es hat mich wahnsinnig gestresst einfach nicht zu wissen... Was ist der nächste Step?
00:34:16: also ich bin voll in der Luft krank und das War... Also ich war da schon... Der war ich über dreißig, zweier-dreißig oder auch noch dreizig.
00:34:25: Und ich bin total in der Luft gehängt und das war eine ganz neue Erfahrung für mich.
00:34:34: Dass ich aber jetzt gerade an einem Punkt bin wo sich alles zum Guten gefügt hat würde ich sagen dass es schon so ein Turning Point war oder so ein Plottwist irgendwie dem überrascht hat.
00:34:48: also Es ist gar nicht schlimm, wenn man nicht immer einen Plan hat.
00:34:52: Manchmal führt auch in die Planlosigkeit zu den schönsten Sachen.
00:34:57: Das habe ich mir daraus mitgenommen.
00:35:01: Der Panikmodus war völlig für die Fische.
00:35:06: Land stürzt weniger?
00:35:09: Ich versuche es!
00:35:14: Ich starte jetzt im Herbst in der Selbstständigkeit und das schwört man schon länger im Grupp herum Und ich habe mir da einmal sehr davor angeschissen.
00:35:29: Ich schiebe es immer gerne auf meine Sternzeichen, typisch Steinbock.
00:35:34: Max einfach nicht so unvorbereitet in Situationen zu gehen und eben das Thema Selbstständigkeit geht natürlich mit vielen Fragezeichen einher und gerade das ganze finanzielle Thema war einfach immer etwas was mich da bis sich gebremst hat.
00:35:51: Und ja, dieses Jahr habe ich gesagt, ich mache das jetzt einfach und ich zedenke es nicht.
00:35:59: Also ich lasse mich da jetzt einfach drauf ein, ich lass es auf mich zukremen weil Selbstständigkeit ist etwas was du absolut nicht planen kannst.
00:36:07: also da kann alles passieren in alle möglichen Richtungen und ich will mir lieber darauf fokussieren wieder vollends drauf einzulassen als wie dass sie da im Vorfeld schon alles bis ins kleinste Detail planen, weil das ist meiner Meinung nach dann wahrscheinlich vergebene Arbeit und deswegen ja.
00:36:29: Würde ich sagen also bin noch ein bisschen stolz auf mich dass sie da nicht so verkopft bin wie es wahrscheinlich nur vor zwei Jahren gewesen wäre.
00:36:40: Wie hast du die Entscheidung getroffen?
00:36:44: Ja das war ist ein Wunsch der über die letzten Jahre gereift ist zehn Jahre lang bei der Tiroletageszeitung als Redakteurin tätig, habe mir dann einen beruflichen Zerbetenwechsel gewünscht.
00:37:01: Weil man dachte, mein Lernrufe geht irgendwie gerade immer noch oben.
00:37:04: Ich hab jetzt in den zehn Jahren ziemlich alles durchlebt beruflich bei der TT, dass ich gerne auf zu neuen Ufern aufbrechen würde.
00:37:15: Dann war ich eine Zeit lang im Agenturwesen tätig also bis sie die per Eier- und Marketingwelt kennengelernt, dafür verschiedenste Grundinnen geschrieben.
00:37:27: Und war dann eben im Jahr zwanzig, wo ein Umzug an einen Jobwechsel wieder angestanden ist, irgendwie so einem Punkt, wo ich immer gedacht habe eigentlich war sie gerade nicht was sie will und der Job den ihr wollen würde da kann grad nicht ausgeschrieben sein.
00:37:51: Also die muss ich mir irgendwie selber zusammen basteln.
00:37:54: Und durch das, dass ich eben so viele Interessen habe, habe wieder noch eine Ausbildung angefangen zum Deutsch-Trainerin für Deutscher aus fremdem Zweitsprache.
00:38:05: Ich probiere mich jetzt ein bisschen als Freiretnerin bei Hochzeiten und Trauräden usw.. dann eben die klassische Schreibe, dann ist Poetry Slime und es moderieren.
00:38:19: Workshops geben an Schulen zum Demokreatives schreiben und so... Also es sind ganz viele Sachen, die mit ganz viel Leidenschaft machen und ich hab irgendwie das Gefühl, ich muss das mal außer von Haufen werfen und schauen was rauskommt und schauen ob das dann mein Traumjob ist.
00:38:37: Das war eigentlich der Grund, worum ich mir gedacht habe Ich probiere's mal mit der Selbstständigkeit weil die berufliche Möglichkeiten In Tirol halt auch begrenzt singen, gerade was jetzt in Journalismus angeht.
00:38:52: Es gibt es einfach nicht so viel das man machen kann.
00:38:57: Das sind andere oder größere Steppe haben dann natürlich mehr Bandbreite als das angeht und genau deswegen würde ich sehr gerne in Innsbruck bleiben und mit da bis sie ja beruflich in der Selbstständigkeit ausprobieren.
00:39:12: Und das Netzwerk ist immer aufgebaut habe ich in den letzten Jahren einfach ein bisschen mehr nutzen Genau.
00:39:20: Welches Problem konnte schreiben, für dich noch nicht lösen?
00:39:25: Finanzielles Problem!
00:39:28: Ja jetzt bist du selbstständig, jetzt vielleicht...
00:39:30: Ja, Millionärin bin ich noch keine da drüber wollen.
00:39:38: Na das ist eine gute Frage.
00:39:42: Man kriegt natürlich wenn man jetzt so Sachen von der Seele schreibt, kriegt man die immer Antwort drauf.
00:39:51: Also es ist auch manchmal unbefriedigend im Sinne von, man muss sich halt damit abfinden dass man nicht auf alles eine Antwort kriegt und das Sachen halt einfach mal passiert sind weil sie passiert sind.
00:40:06: So keine Ahnung höhere Mächte woran er auch immer glauben will.
00:40:11: also ja da sind sicher einige Sachen mal unbeantwortet blieben.
00:40:15: also weiß ich nicht Kennenlernphasen, die gescheitert sind, wo man sich bis heute noch fragt, warum?
00:40:20: Wo sind denn mir da eigentlich falsch abbogen.
00:40:22: Aber ich werde einfach nie Antwort darauf finden.
00:40:25: Da kann ich nur so viele Texte darüber schreiben!
00:40:28: Ich weiß nicht... Also ja oder auch ganz viele feministische Themen, die mich tagtäglich in meinem Frausein konfrontiert bin.
00:40:39: Ich kann nur so viel Texte schreiben und ich werde das patriarchal nicht zerstören können.
00:40:45: Kann nur ein bisschen Tündeln.
00:40:47: Aber es wird.
00:40:50: gewisse Machtstrukturen und Verhältnisse werden es einfach immer geben, die Probleme kann man ein Stück weit lösen oder dafür sensibilisieren und Bewusstsein schaffen.
00:41:03: das ist ja ganz wichtig dass man das macht und da die Bühne nutzt und seine Stimme nutzt.
00:41:12: sprache vor allem dafür nutze ich da ganz ein wichtiges Werkzeug dafür Ungerechtigkeiten auch aufzuzeigen.
00:41:21: Und ja, und die Sprache heilt ganz viel würde ich sagen.
00:41:26: Sie heilt sehr viel.
00:41:29: Sie kann vieles lösen aber nicht sofort alles.
00:41:32: Das braucht einfach Zeit.
00:41:35: Drei Fragen habe ich noch an dich Tamara?
00:41:38: Ja.
00:41:40: Welche Frage hättest du denn gerne beantwortet?
00:41:45: Gute Frage!
00:41:53: Welche Frage hätte ich ihm beantwortet?
00:41:57: Weiß ich nicht.
00:42:00: Nein, vielleicht weiß ich nicht was der beste Heiskor Musical Teil ist, weil da gibt es für mich überhaupt keine Diskussion.
00:42:07: Es ist natürlich Heiskorm Musical III.
00:42:09: Das wollte ich dir jetzt auch noch anstellen!
00:42:13: Also die Menschheit war so etwas in Richtung...
00:42:22: Über welche Frage sollte jeder einmal nachdenken?
00:42:26: Über welche frage jeder mal nachdenkern sollt.
00:42:33: Wie privilegiert bin ich eigentlich?
00:42:36: So, ich finde so... Check your privilege irgendwie.
00:42:42: Also ich find uns geht's allen Gott sei Dank sehr gut und ich glaube wir beschweren uns einfach oft über so banale Sachen und verbrauchen dafür einfach ganz viel unnötige Energie.
00:43:02: also Ich glaube, dass man sich öfter mal die Frage stellen sollte.
00:43:09: Wie gut geht es mir eigentlich?
00:43:12: Was habe ich eigentlich und was ist es für ein Privileg, gesucht zu sein, ein stabiles Umfeld zu haben... Ja, mir jeden Tag das Gutes kochen zu können, was er immer, dass sie reisen kann einfach so alltägliche Sachen näher Wertschätzung bei... zu stecken.
00:43:36: Ich glaube, das verlernt man im Alltag gerne!
00:43:41: Und die letzte Frage?
00:43:43: Was möchtest du noch sagen?
00:43:47: Ähm... ich möchte sagen dass Menschen bitte nie aufhören sollen miteinander zu reden weil ich finde Sprache ist ein Werkzeug das man nutzen soll und wenn wir das nicht tun dann geht alles dem Bach runter.
00:44:04: also Sprache haltet die Welt am Laufen und es wäre sehr, sehr traurig wenn Menschen aufhören miteinander zu reden.
00:44:13: Man sieht leider immer wieder dass das einfach auch zu nix führt weil man Dinge in sich rein frisst.
00:44:20: deswegen soll man immer wissen dass man nichts mit sich selber ausmachen muss und dass es immer jemanden gibt der am Zuhört, der anversteht, der vielleicht auch gar nicht mal verstehen muss in dem Moment sondern einfach nur mal zur hochen muss.
00:44:37: Das Alarm kann, glaube ich schon sehr, sehr heilend sein.
00:44:43: Und genau deswegen finde das immer sehr wichtig, dass man immer miteinander redet
00:44:51: und zuhört entsprechend.
00:44:55: Ich habe es genossen dir zuzuhören, wie bitte Mara?
00:44:58: Und ich habe deinen Worten sehr wohlwollend gelauscht und vielen Dank für deine Zeit!
00:45:05: einen guten Start in die Selbstständigkeit, in diesem Sinne.
00:45:09: Dankeschön!