little talks

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Transkript

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00:00:00: Ich bin der Mensch, der erstens freiwillig dort hingeht und diesen Ort auch wieder verlassen kann.

00:00:07: Also ich bin nicht der Leidtragende in dem Ganzen.

00:00:11: Die Leidtranken sind die Menschen, die nicht die Möglichkeit haben jederzeit wieder zu gehen oder

00:00:18: abzureißen.".

00:00:19: Die Stimme, die du gerade gehört hast, gehört Laurin Sträle.

00:00:23: Laurin reist an Orte von denen die meisten Menschen nur ... in den Nachrichten hören.

00:00:28: Er ist Fotosjournalist und er ist Fotograf, zugleich ist auch Leica Botschafter und dokumentiert Kriege fremde Kulturen und auch Momente die andere lieber nicht sehen.

00:00:40: Er hat darüber sogar ein Buch konzipiert und gemacht.

00:00:44: das nennt sich Worlds Apart und an einem neuen Buch arbeitet er bereits.

00:00:49: und im Gespräch geht es um die Frage was es eigentlich mit Laurin macht wenn er Derjenige ist, der immer wieder gehen darf und gehen kann.

00:00:59: Und was auch seine Kamera für ihn bedeutet... ...und es geht auch um ein Mädchen in Afghanistan mit einer amerikanischen Flagge als Kopf durch.

00:01:09: In dem Gespräch sprechen wir ganz offen über Neugier, den Verlust und das, was am Ende alle Menschen verbindet.

00:01:18: Jetzt geht's los!

00:01:19: Mit der Folge mit Laurin Strele.

00:01:24: Wenn du deine Gedanken einmal schweifen lässt, welches Bild kommt das Erste in dir hoch dass du noch nie geschossen hast?

00:01:35: Das sind wahrscheinlich mehrere Bilder von denen ich die letzten Monate oder ein zwei Jahre vermehrt träume und es sind Fotos aus meiner Heimat die holen weil durch meine Arbeit jetzt so viele Fernenländern unterwegs war, aber irgendwo der fotografische Bezug zur Heimat und vor allem zu Tirol dabei immer ein bisschen ins Stock geraten ist bzw.

00:02:13: wenig wenig arbeiten in Tiroll angefertigt worden sind.

00:02:16: Aber je mehr ich fremde Kulturen und Räuche Menschen sehe, je mehr sehne ich mich auch danach meine Heimat zu dokumentieren.

00:02:28: Also kommen Bilder die Rollerbrauchtümern oder von Bergbauern oder schönen Landschaften in

00:02:37: meinem Kopf.

00:02:41: Wovon träumst du sonst noch?

00:02:43: Weil du das angesprochen hast?

00:02:46: Das ist ein Herzensprojekt für mir dass ich hoffentlich in den nächsten ein zwei Jahren umsetzen kann die Hohl auf meine Art und durch meine Fotos zu dokumentieren.

00:02:59: Und ansonsten träume ich von der großen weiten Welt nach wie vor, um das zu tun was sich die letzten Jahre gemacht habe und genauso

00:03:10: weitermachen.".

00:03:14: Wie würdest du deine Verantwortung beschreiben bei deiner Arbeit, die du machst?

00:03:23: Es sind viele Ebenen in der Verantwortung also einerseits nahe Verantwortung die man den Menschen gegenüber hat, die man fotografiert und die man porträtiert mit denen man viel Zeit verbringt.

00:03:44: Mit denen man versucht einen Weg zu finden ihr Leben oder ihre Situation auf die ehrlichste Art und Weise nach außen zu tragen durch Fotos.

00:03:59: das ist für mich immer die größte Verantwortung, so nah wie möglich an der Realität zu bleiben.

00:04:06: Respektvoll und ehrlich, Fotos anzufertigen.

00:04:18: Und das ist zur ersten Ebene der großen Verantwortung, die man als Fotoschonalist oder Dokumentarischer Fotograf hat.

00:04:29: Die zweite Ebene wie man die Bilder nach außenträgt und wie man sie dem Publikum vorstellt, wie man davon berichtet.

00:04:40: Ich sage zum Beispiel immer, ich halte es für meine Verantwortung, Vorträge zu geben in der Öffentlichkeit meinen Fokus zu präsentieren, die Geschichten zu erzählen von den Menschen, denen ich begegne oder die ich treffe und Menschen eine Stimme zu geben.

00:05:01: Vielleicht nicht die Möglichkeit haben, das auf eine Art und Weise zu machen wie Menschen aus Europa oder aus privilegierteren Gebieten der Welt.

00:05:17: Wie kann man sich die Entscheidung vorstellen hinsichtlich der Ehrlichkeit und der Wahrheit?

00:05:24: Also wann weißt du dass das die Stimme ist die wirklich nach außen getragen werden kann?

00:05:31: und wann weist Du auch wenn Du ein Foto machst dass das der ehrlichste und der authentischste Augenblick ist?

00:05:40: Indem ich immer viel Zeit an den Orten oder mit den Menschen verbringen, bevor ich überhaupt anfange zu fotografieren.

00:05:51: Es ist natürlich immer unterschiedlich von Situationen zur Situation.

00:05:55: also manchmal bringt mich meine Arbeit auch an Orte wo man einfach schnell handeln muss und schnell und wild drauf losvertreffieren muss, weil die Gegebenheiten also einfach nicht zulassen da viel zu planen oder viel einzutauchen.

00:06:17: Aber wenn es mir möglich ist dann ist es mir außen immer eine große Freude und ein großes Bedürfnis zuerst Gespräche zu führen persönlich mal in die Welten einzudauchen und einfach zu verstehen, wo bin ich da jetzt überhaupt gelandet?

00:06:35: Wie sind die Hintergründe der Kontext usw.

00:06:39: Und wenn ihr das Gefühl habt dass es soweit ist, dass sie halbwegs ein Bild haben machen können dann waren wir anzufotografieren.

00:06:54: Meine Fotos versuchen immer nur das darzustellen, was ich selbst in dem Moment sehe.

00:07:00: Also ich würde nie Zähnen inszenieren oder Emotionen kreieren die in diesen Momenten nicht spürbar waren oder Objekte verschieben um mehr Dramatik zu erzeugen.

00:07:18: Die Wahrheit ist immer das vor den Augen ist und wenn es vor den Augen ist, dann soll's auch von der Linse sein.

00:07:28: Wenn in dem Moment wo du die Geschichten hörst von den Menschen oder diese Beziehung aufbaust jemand von dir ein ehrliches echtes Foto machen würde was würdet darauf deiner Meinung nach zu sehen sein?

00:07:43: Wahrscheinlich ein verschwitzter gestresster zu schwer bepackter Mann der manchmal überfordert ist mit den Situationen.

00:07:55: Aber es gibt viele von diesen Fotos.

00:08:02: Ist da auch noch andere Emotionen außer die Überforderung, was man festhalten kann?

00:08:09: Ja natürlich!

00:08:11: Es sind oft Momente oder Situationen, die nicht einfach von einem abprallen oder ich sage ja oft... Die Kamera wirkt ja auch irgendwo wie ein Schutzschild.

00:08:24: also wenn man jetzt in einer Situation ist, wo gerade große Trauer stattfindet oder einfach große Emotionen dann haltet die Kamera das Schlimmste oder die stärksten Emotion von einem Absage.

00:08:46: Es gibt aber natürlich viele Momente, wo diese Mauer durchbrochen wird und man nicht als Fotograf in diesem Umfeld oder in dieser Situation ist, sondern als Mensch natürlich tief berührt wird.

00:09:02: Und ich habe ganz viele von diesen Momenten erlebt durch meine Arbeit die mir lange oder noch immer verfolgen und die natürlich emotional aufwühlen und schwierig zu verarbeiten sind.

00:09:26: Das dann etwas an deiner... Deine Gedankenwelt hinsichtlich deines Ursprungs aus Tirol verändert, also blickst du dann privilegierter auf deine Situation zurück?

00:09:38: oder hat sich dein Weltbild gegenüber deinem Leben verändert?

00:09:44: Auf jeden Fall.

00:09:46: Wobei sagen muss das... Also, ich war als Kind einfach immer schon wahnsinnig interessiert an allem was so auf der Welt passiert.

00:09:55: Ob es jetzt gute Dinge sind oder schlechte Dinge traurig oder freudig.

00:09:59: Ich wollte einfach immer alles wissen und sehen und dann eben zu späteren Zeitpunkt auch persönlich leben.

00:10:09: also ihr habt einfach immer das große Bedürfnis gehabt selbst in diesen Orten zu sein durch Fernsehen oder Zeitungen, oder Gespräche zu erfahren.

00:10:22: Sondern ich habe immer das Bedürfnis gehabt selbst Teil von diesen Momenten zu sein und natürlich ist es immer ein großer Unterschied wenn man vor Ort ist und alles am eigenen Leib und mit der eigenen Seele spüren kann dann wirkt es natürlich intensiver als durch das Abfedern eines Fernsehens oder einer Zeitung und je mehr man in diesem Bereich arbeitet, oder je mehr Geschichten man selbst mitbekommt.

00:11:01: Natürlich hinterfragt man die Einstellung zum eigenen Leben oder zu dem Glück, dass man hatte Geburt in Lotterie an einem sicheren Ort der Welt geboren zu sein und schätzt es auf jeden Fall mehr, als wenn man das jetzt nicht erlebt hätte.

00:11:24: Also ich bin in meinem eigenen Leben oder in meinen Emotionen durch meine Arbeit viel ruhiger und gelassener waren die mich als zwanzigjähriger da gelangt beschäftigt hätten oder unruhige Nächte beschert haben, hinter Frage jetzt.

00:11:53: Oder beleucht ich natürlich hinterm anderen Licht?

00:11:59: Woher denkst du ist dieses Bedürfnis gekommen das zu erleben dahinzugehen wirklich auch dabei zu sein?

00:12:11: Zum einen glaube ich es ist immer eine riesengroße Neugier, die einfach in mir er schon als Kind gesteckt hat und dran gewählt zu sehen, um zu verstehen.

00:12:29: Und mit all ihren Facetten und mit all diesen unglaublichen Geschichten die alle gleichzeitig passieren während man seinem eigenen Leben und seinen eigenen Bedürfnissen nachgeht gibt es ganz viele andere Leben und Bedürfnisse, die gleichzeitig stattfinden.

00:12:49: Und das hat mich immer interessiert und ich wollte mal erfahren wie die Lebensentwürfe an anderen Orten aussehen oder anderen Menschen ihr Leben bestreiten.

00:13:04: Es war einfach immer eine unbändigbare Meugier in mir, die unweigerlich eigentlich so ein Beruf wie diesem geführt hat.

00:13:16: Ich kann mich auch erinnern, als Kind habe ich mir oft stundenlang in Fotobüchern und National Geographic-Magazinen meine Eltern verloren.

00:13:26: Und hab mich da in fremde Welten hineinversetzt und hineingeträumt ohne Überdrücke zu wissen was dort jetzt so passiert oder was da überhaupt jetzt die Lage ist.

00:13:39: aber es hat mir einfach immer hingezogen zum Fremden dem ja unverständlichen für unsere Breiten gerade Entwürfe des Lebens, die anders sind und so wichtig sind zu verstehen.

00:14:03: Und der Beruf des dokumentalischen Fotografen oder Fotoschriminalisten ist eigentlich genau dieser andere Lebensentwürfel sichtbar zu machen in was für Argen auch immer.

00:14:23: Wie triffst du die Entscheidung, welchen Lebensentwurf du dir als nächstes anschaust?

00:14:28: Wohin tu er es nächstes reist?

00:14:31: Es gibt zwei verschiedene Arten.

00:14:34: Entweder ich werde von meiner Fotoagentur oder von Zeitungen oder Magazinen beauftragt, Events oder Geschichten zu covern und dann wird diese Reise quasi für mich geplant und der Ablauf, was zu tun ist.

00:14:58: Wohin zu reisen ist

00:15:01: usw.,

00:15:02: das ist quasi alles vorgegeben.

00:15:05: oder ich suche mir Geschichten die mich selbst persönlich interessieren und planen alles selbst und mache meine Arbeit selbst und im Nachhinein werden die dann über meine Agentur verschiedenen Zeitungen oder Marazinen angeboten um eine Geschichte draus zu machen, die veröffentlicht wird.

00:15:30: Und der zweite Weg ist der Schönerer weil man mehr Freiheit hat natürlich sich anders bewegen kann aber auch finanziell risikoreicher weil man nicht sicher ist ob im Endeffekt diese Fotos oder diese Story irgendwo unterkommt.

00:15:53: hingegen wenn es vorgeplant ist ein Assignment ist, dann kann man sich Hilfe assignen und so viel Geld schaut am Ende raus.

00:16:03: Und ihr habt das und das zu machen.

00:16:06: Fühlt sich da mehr an wie ein richtiger Job?

00:16:09: Manchmal sind es Sachen die mir nicht interessieren aber das gehört auch dazu.

00:16:16: Wie weit glänzt du in die Zukunft?

00:16:18: weil du bist ja auch an gefährlichen Orten.

00:16:22: also das kann man ja sagen du warst ja genauso auch in der Ukraine beispielsweise.

00:16:26: Wie bald denkt man denn noch in die?

00:16:30: Also persönlich oder auf das Weltgeschehen betreffend, sind zwei unterschiedliche Dinge wie in die Zukunft denk.

00:16:43: Wenn es um mich persönlich und meine Arbeit geht dann natürlich planiere ich oft gewisse Dinge Ausstellungen oder Workshops und Veröffentlichungen usw.

00:16:55: oft über zwei drei Jahre im Vorhinein.

00:16:58: aber wenn's richtige Ereignisse geht, die ich covern muss.

00:17:05: Dann kann es oft sein dass ich am nächsten Tag irgendwo hinfliege und heute noch nicht weiß wo es hingeht.

00:17:13: also das bedarf einerseits an eine langfristigen Planung aber andererseits auch einer unglaublichen Spontanität um ja einfach breaking news festhalten zu können.

00:17:32: Also jetzt zum Beispiel, ich bin jetzt gerade in Italien in Erbil und vor zwei Tagen sind ganz große Studenten-Proteste in Delhi in Indien ausgebrochen und die hätte jetzt eigentlich schon drei oder vier Angebote nach Indien zu fliegen.

00:17:47: Eigentlich hätte gestern schon fliegen müssen ohne dass sie das eigentlich wussten bevor ich nach Italien komme.

00:17:54: also so viele Dinge trägt.

00:18:01: Wenn du so spontan irgendwo hinreisen musst, wie viel Angst ist da dann noch dabei?

00:18:07: Du hast dir schon viel gesehen, viel erlebt.

00:18:09: Ist es Angst?

00:18:10: Ist das Furcht?

00:18:11: gibt es das gar nicht mehr?

00:18:12: Es ist immer noch die Neugierde, dass man... Dass du sagst.

00:18:16: ich bin jetzt gespannt, wie wirklich die Situation vor Ort ist und du dann einen ehrlichen Blick auch darauf werfen kannst und ehrliche Szenen festhalten kannst.

00:18:27: Was geht dir denn dir vor wenn es heißt du müsstest jetzt da oder dahin?

00:18:32: Also wenn es Autos sind, an denen ich noch nie war dann natürlich vor allem Neugier die in mir herrscht.

00:18:43: Respekt auf jeden Fall immer vor unbekannten Situationen Angst eigentlich sehr selten.

00:18:51: ausser sind jetzt wirklich aktive Kriegsgebiete wo ihr weiß dass es wirklich lebensgefährlich sein kann herrscht natürlich auch oft einmal Angst und wahnsinnige Unsicherheit, aber ansonsten versuche ich natürlich immer erstens so viel wie möglich im Vorhinein über die Situation und den Ort um die Lage zu erfahren und zu lesen.

00:19:19: Um informiert am zukommen und andererseits natürlich die größtmöglichen, bestmögliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

00:19:31: Also mit guten Leuten vor Ort zu arbeiten und immer eine Ausrechtssituation parat haben oder eben einen vertrauenswürdigen Dolmetscher oder Fahrer Geiz usw.

00:19:49: zu haben und so die Risiken zu minimieren.

00:19:58: Was macht es mit dir, wenn du wieder abreißt?

00:20:00: Weil du bist ja eigentlich dann die Person.

00:20:02: zuerst baust du eine Verbindung auf.

00:20:04: Du versuchst Momente festzuhalten.

00:20:06: Du versucht Emotionen festzahlten Aber dann bist du auch dann wiederum die Person, die was dann geht und eigentlich die Menschen egal in was für einer Situation, ob es jetzt ein Kriegsgebiet ist oder eine andere Situation wo einfach eine Mischstimmung herrscht, bist du dann einfach die Personen einfach wieder zurücktreten kann und weggehen kann.

00:20:28: Wie fühlst du dich dabei?

00:20:31: Es ist interessant, dass du das sagst weil genau so sehe ich es auch und genauso entgegne ich auch oft Leuten die mich fragen was macht das mit dir?

00:20:44: oder bist du emotional nicht total belastet wenn du all diese schlimmen Dinge siehst usw.

00:20:50: Und meine Antwort ist eigentlich genau deine Frage, dass ich immer sage Mensch, der erstens freiwillig dort hingeht und diesen Ort auch wieder verlassen kann.

00:21:02: Also ich bin nicht der Leidtrag in einem Ganzen.

00:21:06: Die Leidtranken sind die Menschen, die nicht die Möglichkeit haben jederzeit wieder zu gehen oder abzureißen und wieder in Sicherheit zu gelangen.

00:21:20: Von dem her ja eine gute Frage und bin mir sehr bewusst über Meine Rolle in dem Ganzen.

00:21:28: und meine Rolle ist einfach nun mal zu dokumentieren, was geschieht.

00:21:34: Und mein fester Glaube den man haben muss in diesem Beruf ist es dass die Fotografie oder die Arbeiten, die ich anfertige einen positiven Impact haben können für die Menschen, die von verschiedenen Schicksalen betroffen sind.

00:21:55: Mit diesem Gedanken gehe ich hin und mit diesem Gedanken verlasse ich die Orte auch wieder.

00:22:01: Und das ist der berufliche Aspekt, und der private Aspekt ist natürlich dass ich oft noch lange in Verbindung bin mit vielen Menschen denen nicht begegnen oder mit denen ich zusammengearbeitet habe und wenn es nicht mögliches Kontakt zu halten dann denke ich sehr oft dran was ist wohl aus dieser oder jener Person geworden?

00:22:27: und sind natürlich auch immer viele Unsicherheiten.

00:22:32: Und keine schönen Gefühle oft, weil es sind oft sehr schöne Verbindungen die man innerhalb kurzes der Zeit aufbauen kann.

00:22:42: umso schwieriger ist es denen natürlich dann nach kurzer Zeit wieder loslassen zu müssen.

00:22:51: Gab

00:22:51: es eine Verbindung die du, gab es eine verbindung die Du aufgebaut hast die Du als Freundschaft bezeichnend würdest?

00:23:00: Sehr viele, also sehr viele muss ich sagen.

00:23:04: Das ist eigentlich überall wo ihr arbeitet oder wo ihr hinkommen lernt wie fantastische Menschen können mit denen ihr eigentlich fast mit allen in einer regelmäßigen Austausche oder Kontakt steht.

00:23:19: und da sind auch viele Freundschaften dabei ja?

00:23:23: Also vor allem natürlich wenn es jetzt Menschen sind die einem auf einer ganzen Reise begleiten ... Fahrer oder als Übersetzerinnen, oder Übersetzen... ... oder Guides.

00:23:36: Wenn man so lange Zeit zusammen ... ... so intensive Erlebnisse hat dann schweißt es ... ... sehr zusammen und da entstehen natürlich viele Freundschaften ja.

00:23:50: Welche Fragen werden dir von den Menschen verurten gestellt?

00:23:56: Ich nehme jetzt einfach mal an die stellen sich auch Fragen gegenüber dir, oder?

00:24:02: Ich glaube, die meisten Menschen wollen eher das man ihnen zuhört und wollen uns sehen in Journalisten oder Fotografen eine Möglichkeit ihre Stimme nach außen zu tragen.

00:24:20: Und so soll es auch sein.

00:24:22: also ich möchte nicht derjenige sein der da umruf sich in den Mittelpunkt stellt oder irgendwo zu viel von mir erzählt, sondern ich bin ja da um von den Menschen zu erzählen und das Bedürfnis vom Menschen in Not ihre Geschichte hörbar oder sichtbar zu machen ist wahnsinnig groß.

00:24:51: In den zerbrechlichsten und schlimmsten Momenten die ihr erlebt habt habe ich trotzdem immer Das Gefühl bekommen, die Menschen wollen fotografiert werden.

00:25:07: Die Menschen wollen anderen Leuten auf der Welt, anderen Teilen der Welt zeigen was sie gerade erleben müssen oder was gerade passiert.

00:25:18: und das ist natürlich Microsoft-Aufgabe in dem ich halt...

00:25:31: Wie geht es deiner Innenwelt wenn du das alles mitbekommst?

00:25:35: Wie sorgst du auch dafür dass deine Innenwelt Ich sage jetzt einfach mal in Harmonie bleibt, in Ordnung bleibt und dass da nicht so viel Chaos herrscht.

00:25:44: Du hast schon angesprochen es gibt fassende Überforderungen, fassender Stresses.

00:25:49: Wie schaffst du Ordnungen in dir?

00:25:54: In dem ich einfach versuche mein Privatleben so friedlich und harmonisch zu halten wie möglich Und gutes Umfeldschaf aus Freunden und Familie die mir gut tun.

00:26:16: Aber Grunde andererseits, wenn ich darüber nachdenke, ist es eigentlich je mehr man erlebt, je verwirrter er ist.

00:26:23: Je mehr man versucht zu verstehen, je weniger weiß man wie man bekanntlich weiß und so geht's mir natürlich auch.

00:26:30: Also im Grunde je mehr Mann weist und die mehr man verschiedene Sachen versucht zu verstehen kulturen Bräuche und Religionen usw.

00:26:42: im Grunde je weniger, je weniger weiß man was wirklich auf der Welt passiert.

00:26:47: Wahrscheinlich war ich ein geordneterer Mensch bevor ich jemals irgendwo hingereist bin als jetzt

00:26:56: Wenn man dein komplettes Leben als Bilderbuch einmal betrachtet Welche Szene denkst du?

00:27:05: wär mal gut dass das jede Person diese eine Szene erleben kann?

00:27:08: Das kann ja Begegnung sein mit einer Person Das kann auch im Moment in Tirol sein.

00:27:16: Das kann eine Geschichte sein, die du gehört hast.

00:27:19: Welche eine Sache sollte deiner Meinung nach jeder einmal erlebt haben?

00:27:30: Also ich sage nicht dass das jeder... also ich denke, ich drehe es um.

00:27:38: Ich sag so eine Sache, die mein Leben auf einer Art und Weise verändert hat mich das wach gerüttelt hat.

00:27:52: Auf fast schon einem spirituellen Level ist der Verlust einer sehr mahn Person meiner Familie und durch dieses Ereignis, hat sich irgendwie den Vorhang der Bühne des Lebens geöffnet und ihr hinter die Fassade von allem blicken können habe tiefere Einblicke in Singen und die großen Fragen bekommen, weil ich ja den ganzen Nachgang bin um irgendwie mit der Trauer umzugehen.

00:28:34: Und jetzt fast ein Jahrzehnt nachdem das passiert ist denke ich... Der Verlust, den ich da erlebt hab hat mir trotz der Trauern und trotz des Schmerzes Tagen und Wochen, Monaten und Jahren der Traurigkeit trotzdem irgendwo eben Türen geöffnet die wichtig sind als Mensch zu durchstreiten.

00:29:10: Und wie gesagt ich wünsche niemanden den Verlust von irgendjemandem.

00:29:14: Ich glaube man muss auch jemanden verlieren um diese Türe zu öffnen und neue Räume der Innenwelt zu betreten.

00:29:22: aber solche Momente zwingen einen dazu.

00:29:26: Und ich würde den Menschen wünschen, die neue Räume betreten wollen das frühzeitig zu machen und nicht gezwungen werden durch irgendwelche Schicksalsschläge oder irgendwelcher Ereignisse, die einen eben dazu stoßen das zu machen.

00:29:46: Das würde ich

00:29:47: sagen.".

00:29:51: Du musst die Frage überhaupt nicht beantworten.

00:29:52: es klingt für mich ein Leben nach dem Tod und außerkörperliche Erfahrungen, aber ich kann auch komplett falsch liegen mit deiner Erfahrung die du gemacht hast.

00:30:05: Also ich habe als junger Teenager schon eine Phase gehabt wo ich mich intensiv damit beschäftigt hab das hat es überhaupt alles zu bedeuten und wormen und wieso was soll das?

00:30:20: Was sind wir hier?

00:30:21: Und halt die typischen Fragen die man sich für irgendwann stellt.

00:30:25: Und wie gesagt, dadurch dass das vor rund zehn Jahren so gekommen ist, bin ich quasi gezwungen worden nochmal genauer hinzuschauen und mich mit verschiedenen Religionen und so weiter haben wir da beschäftigt.

00:30:48: Eigentlich alles nur aus... einer Art Schutzmechanismus heraus mit der Trauer umzugehen, aber geendet hat es eigentlich darin dass ich weh gefunden habe.

00:31:01: Mit dem Leben oder mit Verlust und mit generell dem menschlichen Dasein besser umgehen zu können was natürlich dann im Endeffekt auch wieder wahnsinnig bei meinem Beruf hilft.

00:31:19: Wie lange denkst du machst noch den Beruf?

00:31:23: Hoffe solange Meine Arme, solange meine Arme eine Kamera halten können.

00:31:30: Und das soll möglichst lange sein.

00:31:35: Und dann ist die Frage... Man geht es für dich zurück nach Tirol?

00:31:40: Also wann greifst du das Tiroler-Projekt an wenn man so möchte?

00:31:44: Ich bin ja immer wieder in Tiroll und ihr habt auch meine Familie und meine besten Freunde und viele Verbindungen zu Innsbruck oder zu TiroL.

00:31:54: also es ist nicht so dass ich völlig aus der Welt bin, vier Jahre.

00:32:01: Aber für einen längeren Zeitraum steht jetzt momentan natürlich nicht fest.

00:32:06: Sobald das feststeht möchte ich in dieses fotografische Projekt im Angriff nehmen was ich aber sicher über ein zwei Jahre ziehen würde.

00:32:17: Ich würde da gerne verschiedene Jahreszeiten und verschiedene Bräuche Umzüge und alles Mögliche dokumentieren, das mich alles immer schon fasziniert hat.

00:32:31: Und was ich wahnsinnig schön finde, weil ihr auch irgendwo eine große Angst, die man in mir habt dass all diese Dinge nach und nach von der Welt verschwinden und Fotos davon zu machen hilft diese schönen Traditionen und Kulturen für die Nachwelt am Leben zu halten.

00:33:01: Warum glaubst du, dass das verloren gehen kann?

00:33:04: Also jetzt im Bezug auf die Rolle.

00:33:06: es gibt ja schon viel, also so Grashausleuten und der Almabdreib und Krapfenschnapper was glaube ich in Delphs gibt.

00:33:14: Das ist ja so eigentlich in unserer Kultur verankert.

00:33:18: Für mich von meiner Seite auch schwer vorstellbar ist, dass es verloren geht.

00:33:24: Ich glaube einfach, weil die Welt sich irgendwo in eine Richtung entwickelt wo sich alles aneinander anpasst.

00:33:35: Also ob es jetzt Architektur ist oder Mode oder Musik und so weiter... Die Unterschiede verschwinden nach und nach und irgendwann wird alles ein großer Beton, Plexiglas Bau sein, mit dem Starbucks und der McDonald's irgendwo.

00:33:56: Also egal wo ihn mal geht man findet er ja schon irgendwo inzwischen überall die gleichen großen Ketten und Restaurants und die gleiche Musik und irgendwo ziehen sich die Leute auf der ganzen Welt schon ähnlich an und verlieren ihre Unterschiede so nach und nach.

00:34:12: und ich glaube dass das auch mit Bräuchen Durellen Events stattfinden kann oder dass es einfach irgendwo verdrängt wird.

00:34:26: Oder kein großes Interesse mehr da ist.

00:34:29: und das bereitet mir Sorgen und Angst, weil ich finde, das ist wahnsinnig schön und wahnsinnigt wertvoll und wichtig, dass man Kulturen erhaltet und vor allem die Unterschiede von Ländern und Menschen und Religionen und Sprachen feiert und versucht zu Voneinander zu lernen und zu respektieren.

00:34:56: Und wir fahren am so andere Ende der Welt, schauen uns irgendwelche... Ich war in Bhutan zum Beispiel und habe mir das traditionelle Maskenfestival dort angeschaut und hab da irgendwelchen Touristen aus Deutschland getroffen und die waren wahnsinnig beeindruckt davon was sie da gesehen haben.

00:35:18: Und dann aber andererseits denkt man, wir haben das ja genauso oder?

00:35:21: Wenn ich wieder nach Tirol zurückfiehe.

00:35:23: Aber man schätzt da noch oft die eigenen Kulturen als nichts Besonderes und das finde ich ungeschad.

00:35:33: Das möchte ich für mich ändern.

00:35:42: Was würdest du sagen hat dich von Tirola aus am meisten geprägt?

00:35:46: also welcher Brauchtum Welche Haut oder welches Ereignis?

00:35:55: Meistens geprägt hat mir sicherlich die Natur, also diese unberührte saubere überwältigende Schönheit der Natur.

00:36:08: Die wir in Tirol haben ist für mich als Kind oder als Jugendlicher was ganz selbstverständliches Gräsen.

00:36:16: aber wenn man andere Teile der Welt sieht dann merkt man dass das Bei Gott nicht selbstverständlich ist, was wir vor der Haustüre haben.

00:36:25: Und ich glaube das ist auf jeden Fall der größte Blusspunkt von Tirol oder von dem Ort wo ihr herkommt.

00:36:33: und ja, ich glaube es hat mich sicher auch am meisten geprägt.

00:36:38: also wenn jetzt meine Kindheit denkt und früher die Nachbarn sind die schönsten Erinnerungen haben eigentlich alle in der Natur stattgefunden.

00:36:51: Es ist was Wahnsinnig Wertvolles, das wir da haben und der Wahnsinniges Privileg, dass wir unbedingt so beibereiten müssen.

00:37:01: Und verteidigen müssen und darauf achten müssen.

00:37:08: Beifragen habe ich noch an dich, Laurin?

00:37:12: Wie denkst du lautet der Titel des Buches dann?

00:37:15: Weil dein erstes Buch hat Words Apart geheißen.

00:37:19: Wie

00:37:20: sitzt dann mit dem nächsten Projekt aus?

00:37:22: wie ist denn der Titl?

00:37:24: Ihr arbeitet tatsächlich gerade an einem neuen Buch, das hoffentlich in ein zwei Jahren erscheinen wird und ich kann den Titel schon verraten.

00:37:34: Der wird lauten Witnessing-Konflikt also das was ihr bei meinen Augen und meiner Kamera zu sehen bekommen.

00:37:49: darüber werde ich schreiben und die Bilder in diesem Buch zeigen

00:37:59: wenn alle Zuhörerinnen ein Bild von dir sehen könnten.

00:38:05: Was denkst du wäre, dass das Bild, das jeder einmal gesehen haben sollte und warum?

00:38:15: Also eines meiner liebsten Bilder die ich selbst jemals geschossen habe ist bestimmt das von einem jungen Mädchen in Bamiyan.

00:38:28: Das ist ein Ort im Afghanistan wo ich unterwegs gewesen bin einen kleinen Dorf, an einem Berghang und hab meinen Blick durch die Weite schweifen lassen.

00:38:43: Und habe da eine amerikanische Flagge in menschlicher Kontur irgendwo so ein paar hundert Meter von mir entfernt gesehen und bin dann dort näher hingangen.

00:38:57: Weil in eurer Betrachtung hat sich herausgestellt dass es junges Mädchen ist, das in amerikanische Flagge eingehüllt ist und also als Hitschup verwendet wird.

00:39:10: Und habe da einen Foto von der Mädchen gemacht und daraufhin ist ihr Vater aus dem Haus kommen und wir haben Gespräche mit ihm gehabt und er hat uns erzählt dass die amerikanischen Soldaten, als sie das Land verlassen haben... ...der Familie die Flagge was sie als Geschenk überreicht haben.

00:39:33: Und eines Tages hat dieses Mädchen die Flagge irgendwo zu Hause gefunden, er hat gedacht es ist einfach so ein Kleidungsstück und hat sich das heißt Hijab ungebunden ohne zu wissen, dass es die amerikanische Flagge ist.

00:39:48: oder das ist die Flagges von dem Land, das so viel Elend über ihre Heimat gebracht hat.

00:39:55: aber der Vater oder die Familie haben entschieden Die Mädchen das nicht zu sagen, weil sie so viel Freude daran gehabt hat dieses blau-rot weiße Tuch auf ihrem Körper zu tragen.

00:40:08: Und ich finde diese ist eine wahnsinnig interessante Geschichte und es ist auch ein echt interessantes Foto von der Sie da anfertigen haben.

00:40:22: Und dann habe ich noch eine Frage was möchtest du noch sagen?

00:40:32: Ich möchte sagen dass die Zuhörer innen und zuhörern, neugierig bleiben sollen.

00:40:41: Neugierige und offen dem Fremden, den neuen... Trotz ihrer Verschiedenheiten auf unserer Welt im Grunde sich doch immer um die gleichen drei bis vier großen Eigenschaften drehen.

00:41:08: also es ist die Liebe, die Freundschaft Und eigentlich auch Fußball.

00:41:15: Also das sind so die Dinge, die man immer und überall findet, die uns alle verbinden.

00:41:23: Ja schön sehr schön also wichtig dass wir uns wieder auf die Kerntugenden eigentlich zurück bis hin.

00:41:30: und weil du puttern angesprochen hast, die haben ja sogar glaube ich ein Glücksindikator oder?

00:41:37: Sie haben ein gutes Marketing vor allem würde ich sagen Wo irgendwann dieser Glücksfaktor quasi nach außen getragen worden ist, um der Welt zu sagen wir sind das glücklichste Land der Welt und wir kümmern uns um das Glück der Menschen.

00:41:56: Nach vielen Gesprächen mit vielen Einheimischen hat sich da mein Bild ein bisschen gedrübt aber ja sie haben das.

00:42:02: Das ist ein sehr schönes interessantes Land.

00:42:11: Da sollten wir darauf achten, dass alle bei unserem Glück arbeiten und nicht nur vorgeben glücklich zu sein.

00:42:17: Ganz genau!

00:42:21: Es war sehr spannend.

00:42:22: Vielen Dank für deine Zeit, Laurin.

00:42:24: Vielen vielen Dank.

00:42:25: Vielen dank für die Einladung.